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Die Züspa ist am Ende

Nach 69 Jahren ist Schluss. Die traditionelle Messe in Zürich wird eingestellt.

Vor Jahrzehnten gestartet erlebte die Zürcher Herbstmesse in den 90er-Jahren ihren Höhepunkt: Die Züspa im Video-Rückblick.

Die alljährliche Züspa ist am Ende: Die Veranstalterin MCH Group hat entschieden, die klassische Konsumgütermesse in Zürich-Oerlikon nicht mehr durchzuführen. Sie will stattdessen ein «neues, innovatives Format».

Der Entscheid, die Züspa einzustellen, sei nach einer Ausstellerumfrage gefallen. Diese habe gezeigt, dass die traditionelle Konsumgütermesse in einer Stadt wie Zürich nicht mehr den Erwartungen von Ausstellern und Publikum entspreche, teilte die MCH Group heute Dienstag mit. Vor allem in einem urbanem Gebiet wie Zürich sei es für eine Konsummesse sehr schwierig geworden. Gemüseraffeln und Massagestühle sind längst kein Renner mehr.

Für 2020 etwas neues geplant

Geplant sei nun ein neues Format, welches das Liveerlebnis mit digitalen Angeboten verbinden soll. Eine solche Alternative will Messe Schweiz aber frühstens 2020 anbieten. Stattfinden soll es nach wie vor in den Messe-Hallen in Zürich-Oerlikon. Die erste Ausgabe ist für 2020 geplant. Klar ist schon jetzt, dass es kein Anlass für alle sein wird - wie es die Züspa während Jahrzehnten war. «Solche Veranstaltungen gibt es kaum mehr», so Kamber weiter. Gut funktionieren würden nur noch Themen-Messen, etwa die Swissbau, Giardina oder Swiss Moto.

Die Zürcher Herbstmesse Züspa existierte 69 Jahre lang. 1949 wurde die Zürcher Spezialitätenausstellung, kurz Züspa, erstmals durchgeführt. Zum 60. Geburtstag im Jahr 2009 kamen noch über 500 Aussteller in die Messehallen nach Zürich-Nord – bei der diesjährigen waren es noch rund 400.

Umbruch bei Messebetreiberin

Der heute kommunizierte Entscheid kommt etwas überraschend. Noch im Juni gab sich Karin Sonderegger, Leiterin der Zürcher Messe, zuversichtlich, obwohl die MCH Group damals bekannt gab, der Muba in Basel ein Ende zu setzen. Die Züspa habe sich vor zwei Jahren erneuert. «Das funktioniert gut, wir hatten vergangenes Jahr ein Besucherwachstum von 6 Prozent. Von Besuchern wie Ausstellern bekamen wir positive Rückmeldungen», sagte Sonderegger im Interview mit Redaktion Tamedia. Konkret heisst das: Es kamen rund 100'000 Zuschauer über die 10 Tage verteilt. 57 Prozent der Besucher waren über 40 Jahre alt. Drei von vier Personen kamen aus der Agglomeration Zürich, heisst es auf der Züspa-Website.

Der Entscheid, die Züspa-Ära zu beenden, fällt in eine Zeit des Umbruchs bei der MCH Group. Die Messebetreiberin, die auch die Uhrenmesse Baselworld durchführt, steht seit Monaten unter Druck. Die Uhrenmesse Baselworld kämpft mit einem Bedeutungsverlust, auf ihr Messegebäude in Basel musste sie 2017 deswegen 100 Millionen Franken abschreiben. 2018 blieb erstmals die Swatch Group der Uhrenmesse fern. Im August trat der langjährige MCH-Chef René Kamm schliesslich zurück.

Sein interimistischer Nachfolger Hans-Kristian Hoejsgaard deutete im Interview mit Redaktion Tamedia im August an, dass Veränderungen auf die Züspa zukommen: «Es ist kein Geheimnis, dass wird damit kein Geld machen.» Er gab aber zu bedenken: «Die Messen müssen jedoch in einem betriebswirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Kontext gesehen werden.» In den nächsten Monaten würde über die Zukunft entschieden. Dies wurde nun getan. Die Züspa ist nicht mehr.

SDA/sip

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