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Präsident gibt Amt abZwei Rücktritte aus der Schulpflege in Rafz

Sowohl Albin Sigrist, langjähriger Präsident, als auch Bettina Kleger verlassen die Schulpflege Rafz. Dass sie beide zur Interessensgemeinschaft Puls8197 gehören, ist Zufall. Sie geben unterschiedliche Gründe für den Rücktritt an.

In Rafz müssen demnächst zwei neue Personen in die Schulpflege gewählt werden.
In Rafz müssen demnächst zwei neue Personen in die Schulpflege gewählt werden.
Foto: Michael Caplazi

Die Rafzer Schulpflege braucht zwei neue Mitglieder. Wie die Gemeinde mitteilt, haben sowohl der Präsident Albin Sigrist als auch Schulpflegerin Bettina Kleger ihren Rücktritt eingereicht. Kleger ist bereits auf den 2. April hin aus der Behörde ausgeschieden. Sigrist hingegen wird sein Amt noch eine gewisse Zeit weiterführen, bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gefunden worden ist. Allerdings nicht unbegrenzt lange: Spätestens am 31. August wird er die Behörde verlassen.

Sowohl Albin Sigrist als auch Bettina Kleger gehören zur überparteilichen Interessengemeinschaft Puls8197. Dass nun die beiden einzigen Mitglieder der Gemeinschaft in der Schulpflege zurücktreten, ist jedoch Zufall. «Die beiden Rücktritte haben nichts miteinander zu tun und sind nur zufällig so kurz aufeinander erfolgt», erklärt Albin Sigrist auf Anfrage.

Nach 16 Jahren ist Schluss

Für Sigrist wurde die zeitliche Belastung zu hoch. Seit 2004 ist er in der Schulpflege. «Und seit 2010 führe ich das Doppelmandat als Schulpräsident und Gemeinderat in Rafz aus», sagt Sigrist. Die Belastung aus diesem Doppelmandat sei vom zeitlichen Aufwand her schon immer sehr hoch gewesen. «Das verlangte Koordination und ein hohes Mass an Verständnis seitens Arbeitgeber und Familie.»

Nun sei aber der zeitliche Aufwand in der neuen Legislaturperiode noch weiter angestiegen. «Das führte zu einer sehr hohen Belastung, welche langfristig nicht vertretbar gewesen wäre.» Nach 16 Jahren als Schulpfleger reichte Sigrist deshalb Anfang 2020 ein Gesuch um vorzeitigen Rücktritt beim Bezirksrat ein.

«Den Termin für den Rücktritt habe ich damals so gewählt, dass eine geregelte Übergabe an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger möglich sein sollte», erklärt Sigrist weiter. Das war Monate vor der Corona-Krise. Inzwischen hat sich die Situation geändert, was auch Sigrist bewusst ist. «Die Corona-Krise ist in dieser Situation nicht gerade hilfreich und könnte bei den Wahlen zur Verzögerung führen, was ich aber nicht hoffe.» Selbstverständlich werde er deshalb auch nach seinem Rücktritt dem Gemeinderat und der Schulpflege beratend zur Seite stehen, falls dies gewünscht sei.

Anders als Sigrist amtete Bettina Kleger erst seit zwei Jahren in der Schulpflege. «Mein Rücktritt hat aus gesundheitlichen Gründen stattgefunden», erklärt sie. Sie werde sich aber weiterhin in den Reihen von Puls8197 im Rahmen ihrer Möglichkeiten für das Rafzer Dorfgeschehen engagieren.

Ersatzwahl von Corona-Pandemie betroffen

Für die Ersatzwahl gibt es derzeit verschiedene Szenarien. Denn aufgrund der Corona-Krise hat der Regierungsrat des Kantons Zürich einen sogenannten Fristenstillstand erlassen. Dieser gilt vorerst bis am 31. Mai. Der Fristenstillstand bewirkt, dass bis dahin keine Wahlen angeordnet werden können. Wie die Gemeinde Rafz mitteilt, ist aber geplant, den Termin für die Ersatzwahl auf einen eidgenössischen Abstimmungstermin zu legen – sofern es nicht zu einer stillen Wahl kommt.

Aufgrund der aktuellen Situation plant die Gemeinde, die Wahl offiziell am 5. Juni anzuordnen. Das würde heissen, dass ab dann 40 Tage lang – bis zum 15. Juli – Wahlvorschläge eingereicht werden können. Danach würde vom 17. bis zum 24. Juli noch eine siebentägige Nachfrist laufen. Sofern dann keine stille Wahl erfolgen kann, wäre der erste Wahlgang für den 27. September 2020 geplant, ein allfälliger zweiter für den 29. November.